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„Es wäre uns eine Freude, Sie willkommen zu heißen“

BREMEN/LLAPUSHNIK � Außergewöhnliche Reise für Pastor Carsten Scheunemann. Denn die Apostolische Administratur Prizren und die Pfarrei St. Abraham in Llapushnik waren Ziele eines Ausflugs in den Kosovo, aus dem allerdings weit mehr als nur rein persönliche Beziehungen entstehen könnten.
Zur Vorgeschichte: Bekanntlich lebt seit November 2015 der Flüchtling Islam Gajtani aus dem Kosovo mit im Bremer Pfarrhaus. Vor einigen Wochen nun hat er seinen Aufenthaltstitel durch die Bundesrepublik Deutschland bekommen.

- Zusammentreffen im Bischofshaus -


In diesem Zusammenhang ist es vor einiger Zeit bei einem Besuch von Pastor Scheunemann zusammen mit Islam Gajtani im Ko sovo zu einem Treffen zwischen ihm und dem Bischof von Prizren mit Sitz in Prishtina, Bischof Dode Gjergji, gekommen, sodass man sich gegenseitig näher kennenlernen konnte. An diesem Zusammentreffen im Bischofshaus nahm auch der Privatsekretär des Bischof, Pfarrer Meriton Dedaj, teil. Die Apostolische Administratur Prizren ist der Verwaltungs- und Jurisdiktionsbezirk der katholischen Kirche im Kosovo. Die direkt dem Heiligen Stuhl u nterstellte Administratur umfasst eine Fläche von 11 800 Quadratkilometern. In ihr leben rund 65 000 Katholiken verteilt auf 25 Pfarreien, die von 56 Priestern betreut werden. Bereits im 10. Jahrhundert gab es eine Diözese Prizren. Sie wurde am 2. Oktober 1969 durch das Bistum Skopje-Prizren ersetzt. Die neue Administratur entstand am 24. Mai 2000 durch die Teilung des Bistums Skopje-Prizren. Am 12. Dezember 2005 ernannte Papst em. Benedikt XVI. Bischof Dode Gjergj zum Apostolischen Administrator von Prizren. Im Streit um die Unabhängigkeit des Kosovo sprach sich dieser für einen selbständigen Staat Kosovo als „einzige Option“ aus. Der gut einstündige Austausch in herzlicher Atmosphäre bot einen ersten Eindruck, wie die katholischen Christen ihren Glauben im Alltag leben, wobei es auch galt, die finanzielle Seite des Lebens der Katholiken im Kosovo nicht außer Acht zu lassen. Im Anschluss an das Gespräch im Bischofshaus fuhren Islam Gajtani und Pastor Carsten Scheunemann zusammen mit Pfarrer Meriton Dedaj in das rund 30 Kilometer südwestlich gelegene Dorf Llapushnik mit rund 1 900 Einwohnern. Die meisten von ihnen sind Moslems, nur rund vier Prozent Katholiken. Oberhalb des Dorfes, auf einem Berg liegend, befindet sich eine große Kirche. Sie trägt das Patronat des Hl. Abraham. Dieses recht ungewöhnliche Patronat wurde als Zeichen des Respekts gegenüber den in der Pfarrei überwiegend lebenden Moslems gewählt. Die Kirche wurde im Jahr 2016 in nur sechs Monaten von Moslems und Christen zusammen in Eigenleistung erbaut und am 9. Oktober 2016 durch Bischof Dode Gjergji geweiht. An dieser Feier nahmen rund 4 000 Gläubige sowie 30 Priester aus dem Kosovo teil. Derzeit zählt die Pfarrei St. Abraham 76 Katholiken, aber es werden wöchentlich mehr.

- Raum unter der Kirche soll Pfarrsaal werden -


Ein sich derzeit noch im Rohbau befindlicher Raum unter der Kirche soll auf Zukunft hin als Pfarrsaal für die Gemeinde dienen. Darüber hinaus sollen an dieser Stelle einmal Kinder wie auch Erwachsene religiös gebildet und unterrichtet werden. Allerdings fehlen derzeit noch die entsprechenden Gelder für die Ausstattung des Raumes mit Möbeln und einer notwendigen Heizung. Anders als in Deutschland müssen sich die Pfarreien über Spendengelder finanzieren, was dazu führt, dass gewisse Dinge immer nur nach und nach angeschafft werden können, sofern die Gelder vorhanden sind. Bei dem Besuch der Kirche – zu dem sich auch ein paar Gemeindemitglieder eingefunden hatten – schilderte Pfarrer Meriton Dedaj nicht nur die Situation der Gemeinde „auf dem Berge“, sondern gab Pastor Carsten Scheunemann ebenfalls Einblicke in das Leben der Menschen seiner Pfarrei und das Leben der Menschen im Kosovo. Zum Abschluss des Besuches in der Pfarrei St. Abraham lud Pfarrer Meriton Dedaj Pastor Carsten Scheunemann sowie Mitglieder aus der Pfarrei Ense zu einem wiederholten Besuch der Pfarrei St. Abraham zu deren Fest des Weihetages der Kirche am 9. Oktober 2017 nach Llapushnik ein. „Es wäre uns eine große Freude und Ehre zugleich, wenn wir Sie und einige Ihrer Gemeindemitglieder zu unserem Weihefest am 9. Oktober hier in Llapushnik in der Abrahamskirche willkommen heißen könnten!“, so Pfarrer Meriton Dedaj.

- Mitfeier des Weihetages -

Und so ist nun eine fünftägige Flugreise vom 8. bis 12. Oktober mit interessierten Gemeindemitgliedern geplant. Und folgendes Programm ist vorgesehen: Hinflug nach Prishtina am 8. Oktober, Mitfeier des Weihetages der Kirche St. Abraham am 9. Oktober, Kennenlernen von Land und Leute am 10./ 11. Oktober und Rückflug nach Düsseldorf am 12. Oktober. � det

Nähere Informationen über die Fahrt sind über Pastor Carsten Scheunemann unter der Telefonnummer 13 12 oder per Mail unter der Adresse pastor.scheunemann@gmx.de zu erhalten.

Quelle Fotos und Text: Soester Anzeiger, Ausgabe vom 10.06.2017