Kirchen und Kapellen

St. Bernhard

Niederense
Adresse: Bernadusplatz 9, 59469 Ense

St. Bernhard ist die Nachfolgekirche der ehemaligen Pfarrkirchedes Klosters Himmelpforten, welche am 17. Mai 1943 in den Fluten der Möhneseekatastrophe unterging. Der Bau wurde in drei Etappen eingeteilt. Im ersten Baujahr entstanden Chor- und Querschiff, im zweiten Baujahr folgte das Langschiff und im dritten Baujahr wurde die Kirche mit der Turmseite vollendet. Großzügige Spenden und viel ehrenamtliche Mithilfe war es zu verdanken, dass am 4. Oktober 1949 das Richtfest gefeiert werden konnte. Schon ein halbes Jahr später waren die Innenarbeiten soweit abgeschlossen, dass am 9. April 1949 die feierliche Kirchweihe durch Kardinal Lorenz Jäger stattfinden konnte.

Das zum Neuaufbau verwendete Material kommt zum weitaus größten Teil aus den Trümmern des versunkenen Himmelpforten. Die Steine der äußeren Verblendung werden den Betrachter an die derzeitige Möhnetalsperre erinnern. Sie stammen aus Restbeständen der damaligen Reparatur. Mauern, Pfeiler und Altarsockel sind Teile des verwüsteten Himmelpforten, welche in das Bild der neuen Kirche eingefügt wurden. Auch die Kreuze auf dem Turm und dem Dachreiter stammen von der alten Kirche.
Man hatte fast alle Teile, die aus Holz waren, in Himmelpforten bergen können. So auch die großen Figuren im Langschiff und das Bild der Hl. Familie. Einige Teile sind bis nach Schwerte geschwommen und stehen heute im Heimatmuseum Niederense.

An der rechten Seite des Langschiffes steht der Hl. Benedikt, daneben der Hl. Laurentius und der Hl. Sebastian. Ihnen gegenüber steht der Schutzpatron der Kirche, der Hl. Berhard von Clairvaux. Neben ihm der Hl. Stephan und ein Abt der Zisterzienser names Stephan.

Den Chorraum schmücken drei schöne, abstrakte, in Beton verglaste Fenster. Das mittlere Fenster das Motiv des Kreuzes, umgeben von den Leidenswerkzeugen.  Die beiden seitlichen Apsisfenster sind in Komposition und Farbe dem mittleren zugeordnet und sollen die Verklärung aussagen, die vom Kreuz ausgeht. Sie stellen die Himmelfahrt und Krönung Mariens dar, wie sie auch in Himmelpforten in den Alabsater-Reliefs des Hochaltares dargestellt waren.

1978 wurden die kleinen Fenster in den Seitenschiffen erschaffen. Sie zeigen auf der linken Seite, was sich im Alten Testament  auf der rechten Seite erfüllt.


 
So sehen wir im Wechsel:
Abraham bewirtet die Fremden - die Begegnung in Emmaus
die Kundschafter - das himmlische Jerusalem
Abraham opfert Isaak - die Kreuzigung
Pascha - das Abendmahl
Moses - die Hochzeit von Kanaa
das Mannabrot - die Speisung der 5000.

Zum Aufgang der Orgel, einer Stockmann Orgel, befinden sich die Reste des Hochaltares und des Seitenaltares aus Himmelpforten. Auch Maria Selbdritt und die Pieta stammen von dort.
Von 1996 bis 1997 wurde die Kirche renoviert und am 4. Juni 97 vom damaligen Weihbischof Marx eingeweiht.

Mögen die Besucher unserer Kirche, in der schon so viele Menschen gebetet und Kraft und Hilfe gefunden haben, auch einen Augenblick in Stille verweilen.

 

 

Geschichte des Klosters Himmelpforten:

Die Geschichte des Klosters Himmelpforten Teil I

Die Geschichte des Klosters Himmelpforten Teil II