Kirchen und Kapellen

Pfarrkirche St. Lambertus

Ense-Bremen

Adresse: Kirchplatz 1, 59469 Ense

Unsere Kirche ist im 12. Jahrhundert, etwa 1150 im romanische Stil erbaut worden. Sie hat sicherlich schon eine Vorgngerin gehabt, denn schon um 950 gilt Bremen als Stammpfarrei fr 14 an der Haar gelegene Drfer. 1085 inkoporierte der Klner Erzbischof Sigewin die Bremer Kirche dem St. Georgenstift Kln. 1149 erhielt die Kirche das Recht ihren Pfarrer selbst zu whlen. ber den Bau der Kirche liegen keine Berichte vor. So mssen wir aus der Bauart und der Baugeschichte heraus lesen.
Zuerst war sie nur ein einschiffiges Kirchlein. Danach wurden im Basilika Stil wohl die Seitenschiffe und ein niederer Turm zugefgt. Als man die Seitenschiffe anlegte, wird man das Mittelschiff erhht  und das Flachdach durch ein Gewlbedach ersetzt haben.
Analog wurde der Turm aufgestockt. Um Licht in den Raum einzulassen, sind die schmalen romanischen Fenster in der Barockzeit erweitert und durch einen flachen Bogen (Korbbogen) abgeschlossen worden.
Im romanischen Teil wurde die Kirche aus Grnsandstein erbaut.
1732 wurde die Kirche erweitert durch ein Kreuzschiff mit angesetztem Chor nach Osten hin. Zu Beginn des 20. Jahrunderts wurde dieser angebaute Teil wieder abgebrochen. Statt dessen entstand ein hochgotischer Erweiterungsteil mit entsprechendem Chor. Somit kann Bremen heute eine einmalige Kombination von altromanischer und neugotischer Kirche vorweisen.
Betrachten wir den Turm etwas nher, so fllt die asymetrische Anordnung der Schalllcher auf, einige davon sind durch schmale romanische Sulen geteilt, andere bestehen aus einem Schlitz.
An der Westseite im spteren Turmvorbau steht eines der alten Kirchenportale von Sulen umrahmt und mit einem bedeutsamen Tympanon im Bogenfeld. Die Darstellung deutet den Tod des Erlseres. Bis 1902 stand dieses Portal als Eingang zum Querschiff.
Bevor wir zum Hauptportal an der Sdseite des romanischen Teils kommen, sehen wir den Herrn am Kreuz und an der Frontseite des Seitenschiffes ein freigelegtes, verglastes Rundfenster. Dann stehen wir vor dem alten verwitterten Sulen umrahmten Portal, im Tympanon die wohl lteste Krippendarstellung Westfalens (um 1100). Das mit Windeln umwickelte Kind siet fast wie ein Brotlaib aus, die Muttergottes ist liegend dargestellt, links daneben ein anbetender Hirte, rechts der hl. Josef mit seinem zweiteiligen Bart.
Verwitterte Gesichter zieren links und rechts die Sulenkapitelle. Zwei uralte Gestalten an den Portalseiten - links ein Mann mit Axt, rechts eine Gestalt mit einer Keule - bewachen den Eingang zum Heiligtum. Es gibt verschiedene Deutungen der Darstellungen.
Die einen sehen darin heidnische Gottheiten, den germanischen Gott Donar links und die germanische Gttin Freia rechts; andere mchten sie sogar christlich gedeutet wissen als Adam und Eva. Wir glauben eher, dass es Wchtergestalten sind oder eben heidnische Gtter, die vor dem Portal stehen bleiben mussten.
Im Inneren treffen wir auf mchtige Pfeiler und Sulen, die wechselnd das schwere Gewlbe sttzen. Auf der Sdseite sind die Sulen gekuppelt, im Norden nur einfach, ihre Kapitelle sind mit Ornamenten und Gesichtern versehen.
Im alten Teil der Kirche zum Turm hin, entdecken wir ber dem Bogen eine Kruezigungsgruppe - wahrscheinlich von einem frhreren Hochaltar. Das Kreuz wird flankiert von Maria und Johannes. Seitlich der Gruppe zwei Franziskaner, links wahrscheinlich der hl. Franziskus und rechts der hl. Antonius. Darber eine schne himmelfahrende Madonna, umringt von Engeln, die sie aufwrts tragen. Die Figur stammt ohne Zweifel von einem ehemaligen Marienaltar und ist ein Schmuckstck fr die ganze Kirche. Zu den bekanntesten Darstellungen in unserer Kirche gehrt die Strahlenmadonna, eine Doppelmadonna, aus barocker Zeit.
Der hl. Lambertus, der Schutzheilige des Bistums Lttich, ist auch der Patron der Bremer Kirche. Die Dartellung zeigt ihn mit dem Bischofsstab und der Mitra und seitwrts trgt ein Engel die Lanze, mit der der Heilige ermordet wurde.
Der bergangn vom romanischen Teil der Kirche zur neugotischen Halle mit Chor und dem neugotischen Altar wurde architektonisch gut gelst: Der neue Teil fgt sich dem alten wohltuend an.
Gelungen ist die steinerne Kanzel mit den herausgearbeiteten Figuren, die die abendlndischen Kirchenlehrer verkrpern. Hieronymus und Augustinus, Ambrosius (es knnte auch der Hl. Bernhard sein) und Gregor der Groe. Der Bischof Hippo rtselt an den Geheimnissen Gottes. Papst Gregor will sich anschicken zu predigen, Bischof Ambrosius hat einen Bienenkorb bei sich, das Symbol der Weisheit Gottes.
Die Gewlbe sind Netzgewlbe und nach altern Vorbildern ausgemalt. Rippen aus schnem, warmen Sandstein berwlben den hellen Raum. Besonders reichhaltig ist die Malerei in der Hhe ber dem Zelebrationsaltar, in dem die Reliquien des hl. Lambertus ruhen. 1973 wurde der Bremer Pfarrei durch den Bischof von Lttich eine Reliquie berlassen. Seitdem fllt der Blick sofort auf den Lambertusschrein. Die Vorderseite zeigt das Bild des Heiligen, die Rckseite die Ltticher Kathedrale und unsere Kirche in Bremen. Leuchtende Halbedelsteine verzieren die schne Goldschmiedearbeit.
Der Hochaltar, der dem Geheimnis der Eucharistie geweiht ist, enthlt folgende Darstellungen. Die Brotvermehrung und die Abendmahlsszene, der Apostel Paulus und der Apostel Johannes mit dem vergifteten Kelch, ja der gekreuzigte Herr selber, umrahmt von Engeln. In den Fenstern des Chorraume: Weihnachten - Golgatha - das Gloria des Auferstehungsmorgens und rechts Werkzeuge und Symbole aus der Leidensgeschichte. In den berigen Kirchenfenstern finden wir Heiligengestalten: noch einmal den hl. Lambert, den hl. Aloysius, den hl. Georg; gegenber die hl. Agnes, die hl. Ccilia und die hl. Elisabeth. Vorn rechts oben ein Bild der hl. Familie.
Sie haben hiermit einen Einblick in die Geschichte und Ausstattung der Kirche bekommen. Nun vergessen Sie nicht, einen Augenblick den Herrn selbst anzuschauen im Gebet und ihm zu begegnen.