Kirchen und Kapellen

St. Rochus - Kapelle

Oberense

Die Rochuskapelle steht seit 250 Jahren im schönen Dorf Oberense. Am 16. August 1729 erbauten sich die Dorfbewohner ein eigenes kleines Gotteshaus, die heutige Rochuskapelle. Aus den Chroniken des Dorfes ist zu entnehmen, dass sich das Aussehen der Kapelle über die Jahre veränderte.

Bis heute bildet sie einen wirklichen Mittelpunkt im Leben der Oberenser Kapellengemeinde. Von 1812 bis 1814 wurde sie sogar als Unterrichtsraum für die Kinder gebraucht, weil die 1802 erbaute Schule abgebrannt war. In der Kapelle wird neben den traditionellen Messen am St. Rochus-Tag und der Schützenmesse monatlich noch ein Gottesdienst gehalten (jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.15Uhr).
Obwohl unsere Verstorbenen in der Friedhofshalle in Niederense aufgebahrt werden, wird dennoch das Totengebet in der Kapelle verichtet.

Das innere der Kapelle schmückt ein alter Barockaltar. (1946 - 47 erneuert). Das Gemälde in der Mitte zeigt die Geißelung Christi. Nebenan rechts und links sind die Statuen des Hl. Rochus und der Hl. Cäcilia aufgestellt. Die linke Wand der Kapelle zieren die Statue der hl. Agatha und die des Schutzheiligen der Kapelle, des hl. Isidor. 
An der rechten Wand der Kapelle sind folgende Statuen aufgestellt: hl. Nepomuk, hl. Johannes der Täufer, hl. Franziskus, zwei Krippenfiguren einer Dreikönigsgruppe und ein Christuskopf.

Im Türmchen der Kapelle hing alterher ein Glöckchen, das die Gläubigen zum Gebet rief. Wann die erste Glocke erworben wurde und wie lange sie im Turm hing, ist nicht mehr feststellbar.
Sicher ist, dass die Glocke 1942 mitsamt einem Messingkerzenständer und den Messdienerschellen (der Glockenklau) eingeschmolzen wurde. Nach dem Krieg 1947, erhielt Oberense eine "neue" Glocke. Es war die kleinste, die vom Geläut der Bilmer Kirche übriggeblieben war. Hier hatte man die drei größten Glocken zum Einschmelzen abgeholt. Es erwies sich aber, dass ihr Gewicht für das Kapellentürmchen zu groß war. Deshalb errichtete man neben der Kapelle ein Gestell, wo sie bis 1969 hing. Im gleichen Jahr erwarb die Kapellengemeinde eine neue bronzene Glocke, die noch bis heute im Turm hängt. Ihre Inschrift lautet:
"Oberense - A. Junker - Brilon / 1947 Treu im Glauben 1729 / 1862 Standhaft in der Tugend / Heiliger Rochus schütze Oberense"
In alter Zeit gab es eine schöne Differenzierung des Läutens zu all den verschiedenen Gelegenheiten im Kirchenjahr. Da gab es ein Durchläuten, "Durchziehen", Kläppen mit der Hand, Beiern, Anschlagen. Dreimal am Tage, um 6Uhr, 12Uhr und 18Uhr wurde zum "Engel des Herrn" geläutet. Vom Sterbetag eines Dorfbewohners bis zu seinem Beerdigungstag wird noch bis heute geläutet.

Der Heilige Rochus (Rochus von Montpellier / * um 1295; † 16. August 1327 bei Voghera) dessen Namen die Kapelle trägt  half der Legende nach auf der Pilgerfahrt nach Rom vielen Pestkranken. Rochus ist ein Heiliger der katholischen Kirche. Er wird in manchen Regionen zu den Vierzehn Nothelfern gezählt und gilt als Schutzpatron der Pestkranken und der Haustiere. Dem heiligen Rochus ist der 16. August gewidmet.