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Voller Klang aus Kirchturm

NIEDERENSE � Frohe Kunde für die Gläubigen in St. Bernhard: Sie dürfen sich vor allem an hohen Feiertagen wieder auf das volle Geläut aus dem Kirchturm freuen.
Diese Entscheidung fiel gestern quasi mit dem Glockenschlag um punkt 12 Uhr bei einem Termin vor Ort. Anwesend waren dabei mit Thomas Neubert der Vertreter einer Fachfirma aus Herford, Pastor Carsten Scheunemann und Dr. Gerd Best, diesmal allerdings nicht in seiner Eigenschaft als Dechant des Dekanats Hellweg, sondern als Glocken-Sachverständiger des Erzbistums Paderborn. Und nach einer Inaugenscheinnahme der Glocke 2 im Turm von St. Bernhard steht fest: Die Bolzen an der Krone des Läutwerks sollen erneuert werden, um letztlich so für eine Stabilisierung des sogenannten Jochs zu sorgen. Die Glocke nämlich ist an ihrer Krone mit Eisenbändern am drehbar gelagerten Tragbalken, dem so genannten Joch befestigt. Dieses Glockenjoch kann sowohl aus verschiedenen Materialien als auch in verschiedenen Ausführungen konstruiert sein. Zudem ist vorgesehen, unterhalb der Glocke jene beiden Schwellen anzubringen, die bislang unter der Glocke 1 lagen. „Ich befürworte die Maßnahme“, so Dr. Gerd Best, der zudem darauf hinwies, dass das Vorhaben förderfähig ist. Wann die Erneuerung der Bolzen durch die Fachfirma vorgenommen wird, darauf wollte sich Thomas Neubert gestern nicht festlegen. Doch wie dem auch sei: Die Gläubigen aus St. Bernhard werden diese Nachricht nur allzu gerne hören, da sie nun schon seit geraumer Zeit auf das volle Geläut verzichten müssen, nachdem einige Reparaturen notwendig waren. Wie berichtet, war im vergangenen Monat ein Kran nötig gewesen, um den 200 Kilogramm schweren Klöppel der größten Glocke im Kirchturm von St. Bernhard wieder in den Turm zu heben, nachdem dieser in einer Herforder Fachfirma instandgesetzt worden war. Die zwei am Anschlagballen des Klöppels angebrachten und äußerst stark abgenutzten bronzenen Anschlagpuffer, auch Bronzedübel genannt, mussten ausgetauscht werden. Erneuert wurden am Klöppel auch die Lederung sowie die Verschraubungen. Die Glocke konnte ab sofort wieder erklingen. Diskutiert wurde unter Fachleuten aber noch, ob auch an der zweitgrößten Glocke, am so genannten „gekröpften Joch”, wie die Aufhängung heißt, Reparaturmaßnahmen notwendig sein würden. Grund für diese Überlegungen waren nicht näher zu definierende Geräusche gewesen, die der Experte beim Anschlagen des Geläuts wahrgenommen hatte. Mit der Entscheidung von gestern nun sind alle nötigen Reparaturmaßnahmen eingeleitet, ist die Gefahr gebannt, die Glocke still zu legen. � det

Quelle: Soester Anzeiger, Ausgabe vom 22.06.2018